Eine Strategie zeigt auf, auf welche Art mittelfristige und/oder langfristige Unternehmensziele erreicht werden sollen. Sie dient dazu, zukünftige Entscheidungen vorweg zu nehmen, Orientierung für alle Beteiligten zu geben und den Einsatz von Ressourcen festzulegen.

 

Bekannt sind Unternehmensstrategie, Marketingstrategie, Kommunikationsstrategie und Vertriebsstrategie - inzwischen wird der Begriff aber auch ausgeweitet auf weitere Teilgebiete wie Personalstrategie, Qualitätsstrategie, Wahlstrategie, Schulstrategie, Anlagestrategie, der Phantasie sind da keine Grenzen gesetzt.

Vorabklärungen

Die folgenden Analysen sollten gemacht werden, bevor eine Strategie formuliert werden kann.

Vision, Mission, Ziele

Wofür stehen wir? Wohin wollen wir?

Jede Gruppierung hat ihre Werte und Visionen, daran werden die Ziele ausgerichtet.

Organisationsanalyse oder Unternehmensanalyse

Welche Ressourcen haben wir? Wie sind wir organisiert?

Jede Unternehmung hat eine Geschichte, aus der die vorhandenen Ressourcen stammen. Die Menschen, die die Organisation bilden und eine Strategie entwickeln, haben sich zudem auf verschiedenen Hierarchiestufen organisiert. Daraus kann abgeleitet werden, was eine Organisation zu leisten imstande ist.

Umfeldanalyse

Welche gesetzlichen Vorgaben haben wir? Wovon sind wir abhängig? Mit wem sind wir vernetzt? Hat unsere Firma Leistungsaufträge zu erfüllen? Welches sind die gesetzlichen Vorgaben und welche Branchenstandards gibt es? Wie funktioniert unser Markt? Welches sind gesellschaftliche Trends? Welche technologischen Trends sind beobachtbar?

Zur strukturierten Ermittlung der Einflussfaktoren bietet sich die PEST-Analyse an, die die Trends und Umweltveränderungen den Kategorien Politisch, Ökonomisch (=Economical), Sozial und Technologisch zuordnet.

Chancen und Risiken

Welches sind unsere grössten Risiken? Wo sind wir schwach? Wie gut sind wir? Welche Chancen ergeben sich aus unseren Stärken?

Ohne Risikoabschätzung bewegt sich eine Strategie auf dünnem Eis. Aber ohne die Chancen zu entdecken, erstarrt eine Organisation aus lauter Sicherheitsabwägungen und verpasst es, innovative Wege zu finden. Chancen und Risiken zu analysieren und regelmässig neu zu bewerten ist ein Muss. Auch sollte an dieser Analyse möglichst viele Betroffene beteiligt werden, denn aus Chef-Sicht sieht das ganz anders aus als Sicht einer Fach-Spezialistin oder der Buchhaltung oder der Infrastruktur-Abteilung.

Ein mögliches Werkzeug ist neben der Risiko-Matrix eine SWOT-Analyse.

Eine Strategie erarbeiten

Vorbereitung

  • Vor der eigentlichen Strategie-Planung sind die Geschäftsleitung und/oder die Verantwortlichen der Abteilungen/Teilbereiche aufgefordert, die Planungsgrundlagen zu überprüfen und zu aktualisieren (Zwischenberichte laufender Projekte, SWOT-Analyse, Risiko-Analyse, Umfeld-Analyse).
  • Die Auswertungs-Ergebnisse werden durch die Qualitätsverantwortlichen oder Bereichsleitungen aufbereitet (Controlling-Berichte, Evaluationsberichte und Massnahmenpläne von der vergangenen Periode, Systemevaluationen, Leistungsmessungen, Interne Ideen-Listen, Ergebnisse von Mitarbeiter-Befragungen, Ergebnisse von Kundenbefragungen, Erfolgsrechnung und Bilanz, Ergebnisse interner Audits, Ergebnisse externer Evaluationen und Audits etc.).
  • Die Zielerreichung vorhergehenden Periode wird überprüft und Massnahmen und Ziele für die Folgeperiode werden abgeleitet.

Strategiesitzung

Die Geschäftsleitungsmitglieder sichten und diskutieren

  1. die Planungsgrundlagen
  2. die Auswertungs-Ergebnisse 
  3. die Zielerreichung des Vorjahres
  4. die Vision, Mission und Ziele der Unternehmung

und leiten daraus die Strategie ab

  • geltende Vision und Mission
  • langfristige Ziele
  • mittelfristige Ziele

sowie Regeln für Entscheidungen über

  • den Einsatz des Personals
  • die Personalförderung
  • das Infrastruktur-Management
  • das Marketingkonzept
  • das Kommunikationskonzept
  • das Produktportfolio
  • den Einsatz der finanziellen Mittel
  • die Investitionen
  • die Innovationen
  • die Compliance
  • die Sustainability
  • die Qualitätspolitik
  • etc.