Mit eduQua wurde im Jahr 2000 das erste Schweizer Label eingeführt, das auf Institutionen der Erwachsenenbildung zugeschnitten ist. Mit eduQua wird die ganze Institution, nicht ein einzelnes Angebot oder eine Lehrperson, zertifiziert.

eduQua:2012 umfasst 6 Kriterien und 22 Standards

  1. Bildungsangebote
  2. Information
  3. Ausbildung
  4. Ausbildende
  5. Qualitätsmanagementsystem
  6. Führung

eduQua:2021 (In Kraft voraussichtlich Frühjahr 22) umfasst 8 Prinzipien und 22 Kriterien

Prinzip A Führung

Kriterium A1: Kontext und Ziele der Organisation

Kriterium A2: Leitbild und andragogische Leitideen

Kriterium A3: Organisation

Kriterium A4: Management und Steuerung der Unternehmensaktivitäten

Kriterium A5: Risikomanagement

Kriterium A6: Datensicherheit und Datenschutz

Prinzip B Qualitätsmanagement

Kriterium B1: Qualitätsmanagement-System

Prinzip C Ausbilderinnen, Ausbilder und Lernbegleiterinnen, Lernbegleiter

Kriterium C1: Anforderungsprofile und Qualifikation

Kriterium C2 Entwicklungsmassnahmen und Weiterbildung

Prinzip D Konzeption von Weiterbildungsangeboten

Kriterium D1: Entwicklung und Ausrichtung der Weiterbildungsangebote

Kriterium D2: Didaktische Konzeption der Weiterbildungsangebote

Prinzip E Information

Kriterium E1: Information

Kriterium E2: Teilnehmendenauswahl

Prinzip F Lerninfrastruktur und Lernumgebung

Kriterium F1: Lerninfrastruktur und Lernumgebung

Prinzip G Umsetzung von Weiterbildungsmassnahmen

Kriterium G1: Planung von Lerneinheiten und Lernsituationen

Kriterium G2: Methoden und Medien

Prinzip H Evaluation und Entwicklung

Kriterium H1: Evaluation der Weiterbildungsangebote

Kriterium H2: Feedback für Ausbilder/innen und Lernbegleiter/innen

Kriterium H3: Kundenzufriedenheit Institution

Entstehung

An der ursprünglichen Ausarbeitung des Labels haben u.a. das Staatssekretariat für Wirtschaft (seco), das damalige Bundesamt für Berufsbildung und Technologie (BBT, heute Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation SBFI) und der schweizerische Verband für Weiterbildung (SVEB) mitgeholfen. Bereits 2006 trat die erste Überarbeitung (eduQua:2004) in Kraft; 2013 folgte die nächste, 2021 noch gültige Version (eduQua:2012).

Hinter eduQua stehen aktuell die folgenden Institutionen:

Deshalb ist es bei den folgenden Bildungsanbietern besonders verbreitet:

  • staatlich subventionierte Weiterbildungsinstitutionen (öffentlich-rechtliche und private Anbieter)
  • Anbieter von arbeitsmarktlichen Massnahmen
  • SVEB-Mitgliedern und kleine private Anbieter
  • weiteren Institutionen, die Weiterbildung anbieten und ihre Qualität ausweisen und verbessern wollen.

Zertifizierung eduQua:2012

Vorbereitung

Wenn eine Schule sich entschliesst, eine eduQua-Zertifizierung anzustreben, findet sie auf der Webseite von eduQua alle dafür notwendigen Angaben und Formulare. Erst wenn das Handbuch studiert worden ist und die Anforderungen klar sind, sollte sich die Schule bei einer anerkannten Zertifizierungsstelle anmelden. Mit der Anmeldung (Formular D1) wird ein einzelnes Angebot als detailliert zu dokumentierende Stichprobe ausgewählt.

Die Schule stellt danach die Dokumentation zusammen und reicht sie ein paar Wochen vor dem vereinbarten Zertifizierungstermin ein. Die Zusammenstellung dieser Dokumentation braucht erfahrungsgemäss einige Wochen, da häufig noch Unterlagen von Lehrpersonen eingeholt werden müssen.

Die eingereichten Unterlagen werden vor dem Audit vor Ort auf Vollständigkeit geprüft. Sowohl die gesamte Institution wie auch das ausgewählte Angebot müssen dokumentiert sein und das Formular D2 (Selbstevaluation) mit aktuellen Ergebnissen ausgefüllt sein.

Zertifizierung

Die Institution wird mit einem Audit vor Ort zertifiziert. Dabei wird überprüft, ob alle 22 eduQua-Standards erfüllt sind.

Die Institution erhält einen Auditbericht und - falls die Zertifizierungsbedingungen erfüllt sind - ein Zertifikat über drei Jahre.

Aufrechterhaltungsaudit

Im zweiten und im dritten Jahr wird, je nach Grösse der Institution (Anzahl Teilnehmerlektionen pro Jahr), wiederum ein Audit vor Ort durchgeführt, oder es erfolgt eine telefonische Kontaktaufnahme. Für beides muss eine Selbstevaluation ausgefüllt werden.

Für das Audit vor Ort ist ein neues Angebot auszuwählen und die entsprechenden Nachweisdokumente müssen vor dem Audit eingereicht werden.

Beim telefonischen Audit wird kein Angebot überprüft, es werden die Veränderungen und Qualitätsbestrebungen der Institution besprochen.

Verwandte Beiträge und weiterführende Links 

Webseite der Geschäftsstelle: eduqua.ch

Akkreditierte Zertifizierungsstellen der Schweiz SAS
(geben Sie bei "suchen nach" eduqua ein)